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Daten und Fakten: Südafrika

Südafrika, das Land am Kap der guten Hoffnung, hat eine Bevölkerung von  über 56 Millionen Menschen.  29.6%, gut 16.5 Millionen, davon sind Kinder zwischen 0 und 15 Jahren.  Der grösste Anteil der Bevölkerung sind Schwarzafrikaner ( 80.8%) , die restlichen sind Farbige (8.7% ), Weisse (7.9% ), indischen oder asiatischen Ursprunges. Südafrika umgibt Lesotho komplett und grenzt im Norden an Namibia, Botswana und Simbabwe, im Osten an Swasiland und Mosambik.

In den neuen Provinzen des Landes werden insgesamt 11 Amtssprachen gesprochen; 9 Bantusprachen, dazu Afrikaans und Englisch. Die linguistische Vielfalt spiegelt die verschiedenen Kulturen von Stämmen wie Zulu, Xosha, Sotho, Swathi oder Ndebele.

HIV/Aids

19.3% aller auf der Welt lebenden HIV+ Menschen (7.1 Mio) leben in Südafrika. Das Land am Kap der guten Hoffnung verzeichnet 15% aller Neuinfektionen (270’000 Menschen) weltweit. In Südafrika starben 2017 126’755 Menschen in Folge von Aids, diese machen 25% aller Todesfälle.

Noch eindrücklicher werden diese Zahlen, wenn man sich vergegenwärtigt, dass Südafrika mit seiner Bevölkerung von 56 Millionen Menschen lediglich 0.73% der Weltpopulation stellt.

Die nationale Prävalenzrate liegt bei 18,9% – eine der höchste weltweit. Wobei Frauen im Alter von 15-49 Jahren überdurchschnittlich betroffen sind und eine Prävalenzrate von 26.3% aufweisen. Dazu kommen geschätzte 1,9 bis 2,4 Millionen Aidswaisen. Diese Zahlen spiegeln sich auch in der durchschnittlichen niedrigen Lebenserwartung von etwas über 60 Jahren. Ein besonders tragischer, die Aids-Pandemie massiv verstärkender Faktor, war hausgemacht: Unter Präsident Thabo Mbeki nahmen von 1999 bis 2008 immer wieder sogenannte Aids-Leugner einflussreiche nationalen Expertenpositionen im Aids Advisory Panel ein. Sie zweifelten die Wirksamkeit der ARV-Medikamente an und propagierten Knoblauch als effizientes Heilmittel gegen Aids. Auch der ehemalige Präsident  Jacob Zuma (2009-2017) predigte die Dusche als präventive Massnahme nach ungeschützem Sexverkehr. (Quellen: UNAIDS Data 2017, Statistics South Africa-www.statssa.gov.za 2018)

Kultur der Gewalt

Zur Verbreitung von HIV/Aids trägt auch die sehr oft ausgeübte sexuelle Gewalt gegen Frauen bei. Alleine im Jahr 2017 wurden knapp 50’000 Vergewaltigungen gemeldet. Die Dunkelziffer wird auf 600’000 geschätzt. Gemäss einer Studie des South African Medical Research Council vom Juni 2009 geben 4 von 10 Männern an, physische Gewalt gegen ihre Partnerin angewandt zu haben oder anzuwenden. Und mehr als 25% der befragtem Männer gaben an, in ihrem Leben eine oder mehrere Frauen vergewaltigt zu haben. (Quelle: R. Jewker, understanding men’s health and use of violence, interface of rape and HIV in South Africa).

Geschichte und Sozietät

Nach der Kolonialisation durch die niederländischen Buren im 17. Jahrhundert bildet sich Anfang des 20. Jahrhundert unter der britischen Kolonialpolitik die ersten umfassenden Apartheidstrukturen aus. Die Segregation von Schwarz und Weiss, die politische Entmündigung der Schwarzen und deren Überwindung ab 1994 prägen den Vielvölkerstaat bis heute nachhaltig. Sie haben eine traumatisierte Zivilgesellschaft und eine Kultur des Sich-zur Wehr-Setzens herausgebildet, welche die Aids-Aktivisten der weltweit grössten und effizientesten Aids-Betroffenenorganisation, der 1998 gegründeten TAC (Treatment Action Campaign) befeuerte.

Wirtschaft und Bildung

Südafrika ist mit seinen grossen Rohstoffvorkommen (Rare Erden, Gold, Diamanten, Kohle u.a.) kein an sich armes Land. Es ist weltgrösster Produzent von Platin, Gold und Chromium. Innerhalb des Landes jedoch besteht ein unglaublich grosses Wohlstands- und Bildungsgefälle. So leben 50% der Bevölkerung in bitterer Armut entweder in Slums oder in abgelegenen ländlichen Gebieten. Südafrika hat weltweit eine der höchsten Arbeitslosenquoten: Die aktuelle Arbeitslosenrate beträgt 27.1 % während die Jugendarbeitslosigkeit bei 53.3% liegt. 5,4% des Bruttosozialproduktes werden für Bildung (inkl. Berufsbildung) ausgegeben.

August 2018