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Daten und Fakten: Indien

Bevölkerung und Lebensstandard

Die komplexe Bevölkerungsstrukur Indiens zeigt sich auch in der Vielfalt der im Alltag gesprochenen Sprachen: 41% der Bevölkerung sprechen Hindi, 8,1% Bengali, 7,2% Telugu, 7% Marathi, 5.9% Tamil, 5% Urdu, 4.5% Gujarati, 45% Kannada, 3,7% Malayalam, 3,2% Oriya, 2,8 % Punjabi,  1,2% Assamese, 1,3% Maithili und 5.9% andere wie z.B. Sanskrit. Englisch ist so etwas wie die Lingua Franca im Land – es wird allerdings nur von den Gebildeteren gesprochen.  Die Gesamtbevölkerung Indiens wird auf 1.3 Milliarden Menschen geschätzt – das Land gehört mit China zu den bevölkerungsreichsten der Welt. Indiens Städte wachsen rasend schnell – knapp 33% der Bevölkerung leben heute schon dort. Und die Urbanisation bringt jährlich weitere 2,38% der Bevölkerung in die Grossstädte. Dort kämpfen sie unter oftmals unmenschlich wirkenden Umständen ums nackte Überleben. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt in Indien bei 68,5 Jahren – recht hoch. Und auch Indien hat im Vergleich zu Europa eine junge Population: Über 40% gehören der Altersstufe 25-54 Jahre an und weitere 45% sind zwischen 0 und 24 Jahre alt.

Schule, Bildung und Arbeit

Die Bevölkerungsstruktur ist volkswirtschaftlich gesehen ein grosses Potential  – wenn es dem Staat gelingt, für diese Masse von Menschen gute Bildung und eine Chance auf Arbeit und Einkommen zur Verfügung zu stellen. Dass dies eine von Indiens grossen Herausforderungen ist, zeigen die Statistiken: Während zirka 12% der Kinder im Alter von 5-14 Jahren Kinderarbeit nachgehen, beträgt die Jugendarbeitslosigkeit gute 10 %. Der in Indien manifeste Geschlechterunterschied zeigt sich auch bei der Analphabetenrate deutlich: 81% der Männer können lesen und schreiben, während es bei den Frauen nur 60% sind.

Während Indiens Wirtschaft breit aufgestellt ist, kämpft das Land nach wie vor mit grossen Lücken in der Infrastruktur (Energieversorgung, Transport) und einer unvorstellbaren Bürokratie. Dass fast 50% der Bevölkerung nach wie vor von Selbstversorgungs-Agrikultur leben, geht im Licht der bekannteren Boomsektoren wie IT, Film und Unterhaltung oder  der wachsenden , aber wenig personalintensiven Serviceindustrie gerne unter. Das Land bleibt eines der weltweit ungleichsten – und diese Chancenungleicheit zeigt sich im Zugang zu Bildung und Arbeit.

HIV, Prävalenz und Kinder

Indien, eines der bevölkerungsreichsten Länder dieser Erde ist nicht das erste Land, das einem bei HIV und Aids in den Sinn kommt. In absoluten Zahlen leben 2.1 Millionen HIV-positive Menschen auf dem Subkontinent -weltweit liegt Indien damit auf Platz drei nach Südafrika und Nigeria. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung entspricht es einer Prävalenzrate von 0.35%. Damit herrscht in Indien erfreulicherweise keine generalisierte Pandemie. Das Virus ist jedoch in sogenannten Brückenpopulationen oder Hochrisikogruppen wie Fernfahrer- oder Wanderarbeiterfamilien sowie bei Prostituierten stark vertreten.

Bei den Prostituierten sind in Südindien je nach Stadt und Setting zwischen bis zu 38% HIV-positiv. Vor allem im städtischen Umfeld treiben Kastenwesen und Armut Mädchen und junge Frauen in die sogenannte Prostititution. UNICEF schätzt, dass es in Indien 4 Millionen von HIV und Aids betroffene Kinder gibt, die meisten von Ihnen leben in sogenannten in Hochprävalenzsettings (Städte wie Mumbai, Hyderabad, Bangalore). Das Kinderhilfswerk geht davon aus, dass 7% aller Kindstode in Indien eine direkte Folge von HIV sind.

Religion

hat unter Premierminister Narendra Mohdi eine neue Bedeutung erlangt. Er und seine Partei fördern den Hinduismus als urindische Religion. Wie so vieles, ist auch die religiöse Frage in Indien – dem Land mit Millionen von Göttinnen und Göttern – sehr komplex. Fast 80% der Bevölkerung sind gemäss CIA World Factbook Hindu, gut 14% Muslime, 2.3% Christen, 1,7% Sikhs. Buddhisten, Jain und viele andere Religionsströhmungen machen die restlichen 4% aus. Die Spannungen zwischen Hindu und Muslimen sind auch historisch begründet. In gewissen Bundessstaaten wirken sie  äusserst destabilisierend.