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„Ich machte einen U-Turn vor dem Friedhof“

Slindile M., ein 14 jähriges Mädchen aus Tzanenn, Südafrika anvertraute uns bei unserem letzten Besuch im November 2018 wortwörtlich: „I have made a U-turn at the cementary“…

Ihre Mutter starb an Aids als sie zwei Jahre alt war, ihr Vater verschwand daraufhin. Auch ihre Tante starb an Aids gestorben. Slindile, selber HIV positiv, lebt mit ihrem Bruder und ihren drei Cousins (alle Aidswaisen) bei der Grossmutter in einem kleinen Dorf in Limpopo, Südafrika.

Im Sommer 2018 musste unsere Partnerorganisation Slindile notfallmässig ins Spital liefern. Wegen andauerndem Erbrechen und Verweigerung von Nahrungsmittelaufnahme verlor Slindile innerhalb kurzer Zeit sehr viel Gewicht. Beim Spitaleintritt wog sie noch 12 Kilo und ihr HI-Virusgehalt im Blut betrug 224’000/ml, eine immense Höhe von Viren im Körper! Ihre Grossmutter verstand nicht, wie es zu diesen Symptomen kam, war sie doch überzeugt, dass Slindile ihre Aidsmedikamente regelmässig nehme.

Es stellte sich aber raus, dass Slindile ihre Medikamenteneinnahme wochenlang vortäuschte. Nach jahrelanger Einnahme ekelte sie sich vor den grossen Tabletten. Sie wird langsam erwachsenen und die Pubertät macht ihr Mühe.

Dank dem raschen Einsatz unserer Sozialarbeiterin und somit verbundenen Spitaleinlieferung überlebte Slindile. Während und seit dem Spitalaufenthalt wurden viele Gespräche mit Slindile geführt, mit dem Ziel, dass sie die Wichtigkeit der steten Mediakmenteneinnahme akzeptiert und diese in ihr Leben integriert.

Heute wiegt Slindile wieder 35 Kilo, ist aufgeweckt und froh, dass sie lebt. Sie nimmt ihre fünf ARV-Tabletten täglich. Auch in der Schule nahm sie ihre Leistungen wieder auf, und trotz langem Krankheitsausfall bestand sie ihre Jahres-Abschlussprüfungen.