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Spiel, Spass und Lernen für das Leben

Samstags um 10 Uhr öffnen die beiden Therapiezentren von SCPS ihre Türen für gut vierzig Kinder aus den Townships den Slums. Sie kommen für ihre wöchentliche Nachhilfelektion – Teil des dank Aids & Kind neu gestarteten Bildungsprojekts.

Die Kinder sind in Lerngruppen nach Unter- und Oberstufe eingeteilt. Sie werden vom Fahrer mit dem Kleinbus abgeholt. Und sie kommen für örtliche Verhältnisse regelmässig zur Nachhilfe denn wer mehr als dreimal fehlt, fliegt aus dem Projekt.

Die Unterrichtsqualität an den Township-Schulen ist schlecht; unabhängig von der schulischen Leistung werden die Kinder automatisch jedes Jahr in die nächste Klasse versetzt. Das führt dazu, dass viele trotz Schulbesuch weder lesen noch schreiben können. Und die Erwartungen der oft selbst ungebildeten Erwachsenen an die Kinder sind unrealistisch hoch – Lehrer, Ärzte und Krankenschwestern sollen sie werden und dann für die ganze, erweiterte Familie sorgen. Der Kontrast der intellektuellen und schulischen Möglichkeiten zu den Lebensumständen der Kinder könnte kaum grösser sein. Daheim hält sie niemand an, die Hausaufgaben zu machen geschweige denn kann sie jemand unterstützen – viele erachten das als unnötig. Und wie soll ein Kind auch Aufgaben machen, wenn sich acht Menschen einen Raum teilen und keiner einsieht, dass es dafür etwas Platz und Ruhe braucht.

Es ist erstaunlich, wie gross die Wissenslücken sind – viele der Kinder verstehen die Fragen der Lehrer nicht. Ihre Aufmerksamkeitsspanne ist kurz. Die Lektionen sind deshalb sorgfältig aufgebaut und enthalten immer wieder Spiele, Gesang oder körperliche Bewegung. Das ist aufwändig und verlangt viel didaktisches Wissen und Können. So werden die Materialien speziell für die Herausforderungen der einzelnen Kinder entwickelt. Die drei freiwilligen Lehrer werden vom didaktischen Team geschult und der Fortschritt der Lehrer und Kinder wird wöchentlich analysiert und diskutiert.   Auch der Sozialarbeiter oder die Psychologin sind immer dabei – denn die Kinder kommen alle aus sehr schwierigen Verhältnissen. So wird sichergestellt, dass die Kinder eine engmaschige Betreuung bekommen, die ihre Entwicklung unterstützt und sie bestmöglich vor sexueller Ausbeutung schützt.

Uns ist ein Anliegen, dass die Menschen, die für die Aidswaisen sorgen, dies möglichst gut tun. Dass sie wissen, welche Unterstützung die Kinder brauchen und ihre Verantwortung besser wahrnehmen können. Deshalb verpflichten wir sie zu den regelmässigen Elterntreffen, in denen sie das dafür Nötige lernen. Die Kinder erhalten eine Unterstützung, die es so sonst nicht gibt. Das entlastet auch die Erwachsenen – und deshalb erwarten wir ihre Bereitschaft zur Mitarbeit zum Wohl der Kinder.