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Wie Armut die schulische Leistung beeinflusst

Kinder aus armen Verhältnissen weisen allzu oft unterdurchschnittliche schulische Leistungen auf. Eric Jensen, Pädagoge und Hirnexperte, geht in seinem Buch „Teaching with Poverty in Mind – What Beeing Poor Does to Kids’ Brains and What Schools Can Do About It“ auch der Frage nach, was dagegen unternommen werden kann.

Intelligenz ist nicht zu 100 % genetisch bestimmt. Äussere Umstände können zu sozialen, emotionalen und kognitiven Beeinträchtigungen führen und die Fähigkeiten der Kinder früh negativ beeinträchtigen. Die Stressfaktoren in ungünstigen sozio-ökonomischen Verhältnissen sind vielfältig: Die Kinder leben oft in tristen Gegenden mit viel Lärm, Verkehr und erhöhter Kriminalität. Ihre Eltern sind meist arbeitslos. Die Forschung zeigt, dass all dies die Lern- und Erinnerungsfähigkeit des Gehirns in hohem Masse beeinträchtigen kann.

Jensen fordert von den Pädagogen, nicht Mitleid zu haben, sondern Empathie zu zeigen. Er berichtet von positiven Erfahrungen an Schulen und zeigt anhand von Modellen und Beispielen, wie sich Hirnregionen durch gezielte Stimulation physisch verändern können und dadurch der IQ angehoben werden kann. Empirisch bewiesen hat zudem eine hohe Selbstdisziplin den grösseren Einfluss auf verbesserte schulische Leistungen als ein hoher IQ. Aber Kinder brauchen ein stressfreies, konstruktives Umfeld um Selbstdisziplin zu erlernen.

Jensen zeigt anhand von Strategien, praktischen Beispielen und Erfahrungen auf, wie durch frühes Eingreifen die schulische und emotionale Entwicklung der Kinder gefördert werden kann. Eine interessante Lektüre für Lehrer, Schulleiter und Bildungspolitiker.

Bibliographische Angaben:
Eric Jensen, Teaching with Poverty in Mind, ASCD Books, Alexandria 2009, ISBN 978-1-4166-0884-4