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Der erste Kinder-Garten trägt Früchte

Aufgeregte Kinder können laut oder leise sein. Die HIV+ Kinder der Kindergruppe in Mavele sind so aufgeregt, dass kein Ton von ihren Lippen kommt. Stolz stehen sie vor ihrem gut bestellten und gepflegten Gemüsegarten und erwarten den Besuch aus der Schweiz.

Und wie überall auf der Welt gibt es auch hier das mutigste, aufgeweckteste Kind, das fast nicht an sich halten kann. Schnell will Simon wissen, was denn in der Schweiz für Gemüse angebaut würden. Nachdem er mir die Beete erklärt hat, den gut wachsenden Spinat, die noch etwas grünen Tomaten, den Kohl, die erntereifen Randen, die ersten Blätter der Bohnen und die bald blühenden Kürbispflanzen fragt er nach: Ob es möglich wäre Reis anzupflanzen. Den Platz für den Mais hat die Kindergruppe bereits bestimmt. Die Kinder haben eine Gartenschulung erhalten, selber gepflanzt, gepflegt, gewässert und geerntet. Das alles organisieren sie autonom untereinander. Nur für die schwere Arbeit nehmen sie die Hilfe eines Erwachsenen in Anspruch.

Damit dies reibungslos geht, sind ihre erwachsenen Bezugspersonen – Onkel, Tanten, Grossmütter, alleinstehende Mütter – als Gartengruppe nicht weit entfernt auf dem selben Schulareal mit ihrem Gruppengarten präsent. Und so ganz nebenbei erwähnt eine der anwesenden Mütter vor allen anderen Erwachsenen, dass sie HIV+ ist und ihr dieser Garten nicht nur eine bessere Ernährung garantiert sondern auch Freude und Kraft gibt. Schliesslich zeigt uns die Gruppe eine grossen Haufen getrockneten und geriebenen Kuhdung, der als Dünger verwendet wird.

Den haben sie für die Lehrer gebracht, damit diese ihren eigenen Garten anlegen und pflegen. Denn die Lehrer hatten sich einfach aus den Beeten der Kinder bedient – ohne zu fragen, etwas zu bezahlen oder die Arbeit der Kinder zu würdigen. Wer das Selbstverständnis afrikanischer Lehrkräfte kennt ist darüber wenig erstaunt. Überraschender ist die Reaktion der Kinder: Sie wehrten sich und informierten die Schulleitung. Die schwarzen Schafe wurden zitiert und erhielten eine Rüge, verbunden mit der Aufforderung, sich ihren eigenen Garten anzulegen, wenn sie frisches Gemüse essen wollen. Was sie nun tun müssen, um ihr Gesicht zu wahren. Und so lachen die Kinder und Erwachsenen als sie uns den Mist zeigen.