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Die Geschichte von Renedy

Renedy ist 9 Jahre alt, sieht aus wie ein 6 und weint bitterlich. Sie hat Angst, denn sie will nicht ins Spital oder zum Doktor und am liebsten gar nicht aus dem Haus. Renedy sitzt neben ihrer Mutter, die sie hilflos tröstet, in einem Zimmer mit zwei Betten, in dem die vierköpfige, blinde Familie dank der Unterstützung unserer Partnerorganisation SCPS in Sofiatown, lebt.  Küche und Klo teilen sie mit den über 20 anderen Hausbewohnern. Im Zimmer ist sonst nichts. Auf der Strasse brennt Abfall; wer hier lebt, ist bitterarm.

Das Kind ist offensichtlich krank: neben den milchigen Augen, die ihre Blindheit zeigen, fällt ihre  Zerbrechlichkeit auf. Brandmager mit Stäbchenbeinen, Geschwulste an Kopf und Hals, kann es nur mit Mühe gehen. Die Sehenden hier denken alle dasselbe: So sieht Aids aus, wenn es ausbricht.  Und doch ist es zur Zeit erst ein böser Verdacht. Ansprechen kann man das Thema mit den Eltern, die aus dem Kongo nach Johannesburg geflohen sind, nicht. Denn wenn das Kind Aids hat, dann muss auch die Mutter HIV-positiv sein. Und was nicht sein darf, darüber redet man nicht.

Die Psychologinnen von SCPS haben die Eltern mit Geduld und Beharrlichkeit davon überzeugt, dass Renedy für zwei Monate in eine kleine, liebevoll geführte Station für behinderte und kranke Kinder gebracht werden soll, wo sie aufgepäppelt wird und den Eltern gezeigt wird, wie sie besser für ihr Kind sorgen können. Vor allem aber können so endlich die dringend notwendigen medizinischen Abklärungen gemacht werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass Renedy die medizinische Behandlung erhält, die sie braucht.

Die Eltern dürfen ihr Kind dort selbstverständlich besuchen – das bedeutet, dass die Psychologinnen von SCPS einen Fahrdienst für sie einrichten, den Koko, eine junge Deutsche Volontärin übernimmt. Zudem hat Retnedy ein altes Mobiltelefon erhalten – sie kennt die Nummer der Eltern auswendig und kann sie problemlos anrufen. Auch wenn der Abschied von Mutter und Vater schwer fällt; die Kleine will zur Schule gehen können und versteht, dass sie dafür erst gesund und stark genug werden muss.

Nachtrag 16. Januar 2014

Renedy geht es besser; sie ist nicht HIV-positiv, sondern hatte „nur“ Tuberkulose. Diese ist kuriert und dem Mädchen geht es verhältnismässig gut. Die Psychologinnen von SCPS suchen zur Zeit einen Schulplatz für Renedy und begleiten die Familie weiterhin nahe.