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Ein literarischer Blick auf Südafrika

Mit scharfem Blick und starker Sprache portraitiert die südafrikanische Literaturnobelpreisträgerin Nadine Gordimer den Zustand der Regenbogennation Südafrika nach achtzehn Jahren unter der Regierung des ANC. Es ist ein grosses, kluges und wütendes Buch, das die betrogene Bevölkerung, den Verrat der Ideale und die Integrität des Einzelnen zum Thema hat.

Steve und Jabulile sind ein Paar, das sich im Kampf gegen die Apartheid kennen und lieben lernte. Er weiss, sie schwarz: Was damals verboten war, ist heute zwar nicht unbedingt alltäglich, aber zumindest in den Suburbs von Johannesburg und Durban kein Thema mehr. Aus Revolutionären sind Bürger geworden, die am Aufbau der Nation mitwirken und die aktuellen Entwicklungen zunehmend desillusioniert verfolgen.
Wie lebt man mit der täglichen Enttäuschen in einem Staat, der die Werte verrät, für die man gekämpft hat? Und wie schafft man sich eine Perspektive inmitten von Korruption, Streiks, einem sich zunehmend verschlechternden Bildungssystem und dem tiefen Graben zwischen arm und reich? Steve und Jabulile entscheiden sich anders als ihre Familie und Freunde: Sie sehen keine Zukunft in dem Land, für das sie gekämpft haben.

Kompromisslos beschreibt die 89-jährig First-Lady der südafrikanischen Literatur in ihrem neuesten Werk das Versagen von Politik und Eliten. Gordimer erzählt eindringlich vom Schiffbruch der einst so hoffnungsvollen neuen südafrikanischen Gesellschaft.