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Gauteng / Johannesburg

Gauteng ist die kleinste und zugleich die am dichtesten besiedelte Provinz Südafrikas. Die Städte Johannesburg und Pretoria sind die beiden Grosstädte in der von 30 Millionen Menschen bevölkerten Provinz. Allein in Johannesburg leben offiziell 3,5 Millionen Menschen, geschätzte 350’000 davon sind Flüchtlinge aus Simbabwe und dem Kongo. Die sozialen Spannungen zwischen ihnen und der armen schwarzen Bevölkerung sind enorm und haben sich 2008 in gewalttätigen xenophoben Attacken auf die Flüchtlinge entladen. Sichtbarer Wohlstand und Reichtum grenzen in den Vierteln unmittelbar an bitterste Armut.

Eine kürzlich publizierte Studie des Gesundheitsdepartements der Provinz spricht von einer HIV/Aidsprävalenz von 30.4% bei schwangeren Frauen. Da die Frauen bei Schwangerschaft alle systematisch getestet werden, ist dies fast die einzige, verlässliche Zahl bezüglich HIV-Infektionsrate, die Südafrika vorweisen kann: Zu viele Menschen leben zwar in Slums und Dörfern, besitzen jedoch keine Geburtsregistrierung und existieren damit offiziell gar nicht. Die systematische Vermeidung der HIV-Übertragung von der Mutter aufs Kind ist die erfreuliche Erfolgsgeschichte im südafrikanischen Kampf gegen das Virus: Durch die systhematische Testung der Mütter kann sofort regiert werden, wenn diese HIV-postiiv sind. Mittels Abgabe von Medikamenten wird die Viruslast der Mütter schnell verringert. Zudem erhalten die Kinder Babymilch anstelle von Muttermilch: so wird vermieden, dass sich das Virus auf die Kleinen überträgt.

Offizielle, staatliche Stellen, in deren Zuständigkeit der Kinderschutz und die Beratung liegen, funktionieren schlecht und ineffizient und sind überlastet. Die Auswirkungen der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise manifestieren sich in teilweise drastischen Kürzungen der Etats für Non-Profit-Organisationen. Die bittere Armut und eine stark patriarchal geprägte Kultur der Gewalt haben die Gesellschaft verrohen lassen.

Verschiedenste Ethnien und Religionen leben auf engstem Raum. Zahlreiche Viertel der Stadt Johannesburg sind inzwischen sehr heruntergekommen. Weisse Südafrikaner oder die neue schwarze Mittelklasse lebt hinter Mauern und Elektrodrähten in den Vororten. In Donwtwon Johannesburg sieht man keine Weissen mehr: Sie wagen sich dort nicht mehr hin. Denn das enorme Wohlstandsgefälle befeuert die Kriminalität.