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Literaturtipp: «Verbrannte Blüten»

Ngugi Wa Thiog’o ist einer der grossen Autoren Kenias – und „Verbrannte Blüten“, 1977 erschienen ist eines seiner wichtigsten Werke, das zurück führt in die ersten Jahre nach der Unabhängigkeit Kenias. Es spielt im kleinen abgelegenen Dorf Ilomorg, dessen einfache und ungebildete Bewohner von Dürre zu Dürre fatalistisch und knapp überleben. Die Geschichte legt den Finger auf die Konsequenzen von Willkür, Korruption und sogenannter „Entwicklung“. Eindrücklich zeigt der Autor auf die grossen Disparitäten innerhalb der kenianischen Gesellschaft und schliesst packend und poetisch zugleich auch die lange Zeit verschwiegenen Gräueltaten rund um den bis heute nicht aufgearbeiteten politischen Aufstand der MauMau mit ein.

Formal erinnert das fast 600 Seiten starke Buch an einen ethnologisch geprägten Kriminalroman, inhaltlich ist es eine bittere Kritik am Unvermögen der postkolonialen kenianischen Elite und Politik. In mäandrierender Sprache und einem Erzählstil verfasst, der sich an der oralen Tradition des Landes orientiert, ist die Geschichte von Ilomorg auch eine Parabel für die Geschichte vieler afrikanischer Länder.

Details

Ngugi Wa Thiong’o, Verbrannte Blüten
Peter Hammer Verlag 2011 ISBN 978-3-7795-0349-1
Titel der Originalausgabe: Petals of Blood, Penguin Books 2005
Französisch: Pétales de sang (broché)

Verbrannte Blüten