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Zanele macht jetzt ihre Hausaufgaben

Zanele ist 11 jährig und HIV+. Sie wohnt im einer zugigen Hütte im Slum bei Soweto mit ihrer HIV-positiven Mutter, drei Geschwistern und dem sechsjährigen Sohn ihrer Lieblingsschwester Anita. Ein Bett muss für sie alle reichen. Ihr jüngster, zweijähriger Bruder wackelt noch etwas beim Gehen. Der eigene Vater ist vor langer Zeit an Aids verstorben, der Vater des Kleinen trägt nur selten etwas zum Haushalt bei.

Die Grossfamilie lebt von einer kleinen, staatlichen Rente für das Kind von Anita – und von dem wenigen, was Mutter Ntombomsi mit Recycling verdienen kann. Da sie es sich nicht leisten können, den Kleinsten in die Krippe zu geben, muss immer jemand bei ihm sein. Das schränkt die sowieso bescheidenen Möglichkeiten für Arbeit und Verdienst zusätzlich ein. Während Ntombomsi Müll trennt, schaut Anita nach dem Kleinen.  Und wenn Ntombomsi krank ist, übernimmt Anita nicht nur das Kochen, Waschen und Putzen sondern auch das Mülltrennen. Die junge Frau macht, was sie kann – dabei würde sie selber gerne die Schule, die sie ein Jahr vor der Abschlussprüfung abbrach, abschliessen. Aber die Hürden sind hoch: es fehlt die Geburtenregistrierung, es gibt keine Identitätspapier und die Kosten für diese Dokumente könnten den traum zur Utopie werden lassen.

Auch darum freut sie sich über die unerwartet positive Entwicklung ihrer jüngeren Schwester Zanele. Freimütig erzählt Anita, früher sei Zanele launisch, frech, zurückgezogen und isoliert gewesen. Sie habe nie mit Menschen gesprochen, keine Freunde gehabt. Alles sei besser geworden, seit Zanele jeweils samstags am Nachhilfe- und Animationsprogramm Khula Nahti teilnehme – sie sei fröhlicher und offen, gehe auf Menschen zu und habe Freundinnen und Freunde im Slum, in der Schule und in der Gruppe. Auch Zaneles Schulleistungen sind besser geworden. Denn sie macht mit Anitas Unterstützung ihre Hausaufgaben – und hat neu Freude am Lernen. Und Zanele hat neu wirklich etwas zu erzählen, denn einmal im Monat machen die Kinder im Programm einen Ausflug – an Orte in der Stadt, manchmal gar im Quartier, an denen noch keiner je war. Gemeinsam geht’s ins Museum oder zum Flughafen, in die für das Land so wichtige Constitution Hall, in einen Spielpark mit Schwimmbad oder in den Zoo. Das zeigt den Kindern, die sonst nur die Schule und ihr schäbiges Zuhause kennen, ein kleines Stück der sie umgebenden Welt.

Die erfreuliche Entwicklung Zaneles bestätigen die Psychologinnen von Sofiatown Community Counselling Services (SCPS), die das  Nachhilfe- und Animationsprogramm in unserem Auftrag entwickelte und seit drei Jahren umsetzt. Es ergänzt  die Haushaltbesuche, Therapiegruppen und Trauercamps für die Kinder. Gemeinsam mit SCPS stärken wir aidsbetroffene Kinder, die in wirklich prekären Verhältnissen aufwachsen. Sie alle werden es nie einfach haben. Genau deshalb sind nebst Essen und Bildung auch das Durchbrechen der Isolation und der Aufbau eines intakten Selbstwertgefühls so wichtig. Die 45 Kinder im Programm in Soweto haben erfreulicherweise gute Chancen darauf.