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Es ist jetzt besser

Drei Jahres sind seit unserem ersten Besuch bei Ishmael Thobojane in Mavele vergangen. Das Bild seiner Mutter, nur noch Haut und Knochen, apathisch im kärglichen Schatten einer Akazie liegend, werden wir wohl nie vergessen. Sie ist an Aids gestorben, genau wie Ishmaels Vater ein Jahr danach. Beide hatten sie die lebenswichtige Therapie abgesetzt um zur staatlichen Unterstützung zu kommen, die nur für Schwerstkranke gewährt wird. Da sie sonst kein Einkommen hatten, trafen sie die bittere Wahl, um ihre Kinder durchzubringen. Ishmael war derjenige, der sie beide in den Tod gepflegt hat. Er war da – auch für seine jüngeren Geschwister.

Ishmael ist froh, dass diese schweren Jahre hinter ihm liegen: der schüchterne Junge sagt selbst, es sei jetzt besser, denn es sei nicht mehr täglich „Nur Schmerz, Schmerz und Schmerz“. Er geht jetzt regelmässig zur Schule und lebt bei einer Tante, die sich liebevoll um ihn kümmert. Der Junge durchlief vor kurzem die traditionelle Initiation und gilt nun als Mann. Was ihm durch die schwierige Zeit half, waren die häufigen Besuche unseres Teams vor Ort, die nach ihm schauten, die Isolation durchbrachen und ihm das Reden über den Schmerz ermöglichten. Zudem sorgten wir dafür, dass Essen da war, zeigten Ishmael, wie er einen Garten anlegt und pflegt und standen ihm für die Bewältigung des Alltags zur Seite. Seinen Garten beim Elternhaus pflegt Ishmael noch heute; und er plant, bei seiner Tante Erdnüsse anzubauen. Zufrieden lächelt er – das sehen wir zum ersten Mal – und freuen uns mit ihm.