Spenden Sie jetzt.
Helfen Sie hier.

Kindergärten mit Potential

Hügelig rollt das Land bis zum Horizont, ein schüchternes Grün überzieht die Böden. Es ist Frühling im Umland von East London, das ein weiter Himmel überspannt. Die rumplige Staubstrasse führt an traditionellen Rundhäusern– den Rondavels – der von den Xhosa aus Wellblech gezimmerten Hütten vorbei. In manchen Dörfern sind die kleinen Plumpsklo-Häuschen zu sehen. Es ist Waschtag – der Wind zerrt an bunten Kleidungsstücken und hier und dort liegt eine Matratze zum Trocknen an der Sonne. Ziegen und Schweine suchen überall nach Futter.

Wir sind in Ward 26 von East London, wo eine kleine lokale Organisation damit begonnen hat, mit viel Power und Können, systematisch Kinderkrippen und Kindergärten zu unterstützen. Informelle Kindergärten gibt es in Südafrika viele. Meist kümmern sich Frauen aus Eigeninitiative um die Kinder, die ohne Aufsicht rumstreunen. Vor kurzem hat die Regierung – auch aufgrund internationaler Hilfsprogramme – beschlossen, diesen Sektor zu professionalisieren. Wer Kinderkrippen und -gärten führen möchte, sollte über eine gewisse Ausbildung verfügen. Grundsätzlich macht dies Sinn – vielerorts ist es jedoch völlig illusorisch, weil die Frauen mit den Trainings weder geografisch noch intellektuell erreicht werden können.

Das Modell der kleinen Organisation LAFN ist interessant; die Betreuerinnen in bestehenden Krippen und Kindergärten lernen die Grundlagen von kindlicher Entwicklung, bekommen Spielmaterial und lernen, die Kinder zu animieren. In jedem der von LAFN begleiteten Kindergärten gibt es einen Stundenplan, der Struktur gibt und die Kinder erhalten ein warmes Mittagessen. Die Grossen werden von den kleineren Kindern getrennt betreut und unterrichtet. Jeder der Kindergärten hat zudem einen Garten, der von einem Gärtner bestellt und gemanagt wird. Dafür wird eine kleine monatliche Gebühr erhoben – die es ermöglicht, die Löhne und den Unterhalt zu bezahlen. Und der dafür sorgen soll, dass die Kindergärten weiterhin bestehen, auch wenn sich LAFN nach 3 Jahren zurückzieht.

Die kleinen, den ökonomischen Möglichkeiten der von minimalen staatlichen Zuwendungen lebenden Bevölkerung angepasste Gebühr hat noch einen weiteren, sehr wichtigen Hintergrund: Es soll nicht einfach immer alles gratis abgegeben werden. Denn die weit verbreitete „Wait to be given-Mentalität“ stellt für Südafrika ein grosses Problem dar. Das Budget der Familien wird ja durch die tägliche gesunde Mahlzeit, welche die Kinder bekommen, entlastet. Eine klassische Win-Win-Situation.